Wer einen Schwimmteich oder Gartenteich sein Eigen nennt, fürchtet vor allem eine Plage im Sommer: Fadenalgen. Sobald die Temperaturen steigen und die Sonne unbarmherzig brennt, explodieren die grünen Algenwatten oft über Nacht. Sie blockieren Filter, verfangen sich in den Uferpflanzen und verwandeln das biologische Badeparadies in eine trübe Suppe. Viele Teichbesitzer greifen dann verzweifelt zu teuren Algenmittelchen oder verbringen Stunden mit der Algenhexe beim Abfischen.

Vor einiger Zeit habe ich den winterharten Wasserschlauch (Utricularia) in der Verlandungszone und im Filterbecken meines Schwimmteichs angesiedelt. Damals fragte ich mich noch, ob sich die feinen Karnivoren-Triebe überhaupt gegen die aggressiven Fadenalgen durchsetzen können oder ob ich sie ständig mühsam reinigen muss.

Heute, nach einem saumäßig heißen Sommer, kann ich vermelden: Ich habe so gut wie überhaupt keine Probleme mehr mit Fadenalgen! Warum der Wasserschlauch der absolute Endgegner für Algen ist und wie er das Teichwasser selbst bei tropischen Bedingungen biologisch stabil hält, erfährst du in diesem Artikel.

Der Frühjahrs-Start: Schneller als die Algen

Das Geheimnis des Wasserschlauchs liegt in seiner Phänologie. Als winterharte Pflanze überdauert Utricularia die kalte Jahreszeit in Form von kompakten Winterknospen (Turionen) auf dem Gewässergrund.

Sobald im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen das Wasser erwärmen, steigen die Turionen an die Oberfläche und beginnen sofort mit einem rasanten, extrem schnellen Wachstum. Zu diesem Zeitpunkt sind die Fadenalgen oft noch im Winterschlaf. Wenn die Algen dann im späteren Frühjahr loslegen wollen, hat der Wasserschlauch das Filterbecken und die Uferzonen bereits dicht besiedelt und besetzt die wichtigsten Plätze im Ökosystem.

Die Biologie dahinter: Nährstoff-Konkurrenz auf Höchstniveau

Warum verschwinden Fadenalgen, wenn der Wasserschlauch einzieht? Die Antwort ist simpel: Nährstoffentzug.

Algen brauchen zum Wachsen vor allem zwei Dinge: Licht und gelöste Nährstoffe (insbesondere Phosphate und Nitrate). Der Wasserschlauch ist ein wahrer Nährstoff-Staubsauger. Durch sein enormes Wachstumstempo zieht er Unmengen an gelösten Stoffen direkt aus dem Teichwasser.

Zusätzlich fängt und verdaut der Wasserschlauch über seine winzigen Unterwasser-Fangblasen unzählige Kleinstlebewesen (wie Wasserflöhe und Einzeller). Die daraus gewonnenen Nährstoffe nutzt er, um noch dichtere Unterwasserteppiche zu bilden. Für die Fadenalgen bleibt schlichtweg nichts mehr übrig – sie werden sprichwörtlich ausgehungert. Da der Wasserschlauch die Algen komplett in Schach hält, erübrigt sich auch das mühsame, händische Reinigen der Triebe. Es gibt einfach nichts zu säubern!

Der Härtetest: Bestwerte bei 27 Grad Wassertemperatur

Der absolute Beweis für die Filterleistung zeigte sich im extrem heißen Sommer dieses Jahres. Selbst bei langanhaltender Hitze und Wassertemperaturen von teilweise 26,5 bis 27 Grad Celsius blieb die Wasserqualität in meinem Schwimmteich durchgehend bestens.

Normalerweise kippt die Biologie bei solchen Temperaturen schnell um und es kommt zu einer explosionsartigen Algenblüte. Doch die Kombination aus dem biologischen Filter und den mittlerweile doch recht großen Utricularia-Beständen im Filterbecken und der Verlandungszone hielt das biologische Gleichgewicht bombenfest. Das Wasser blieb spiegelglatt, sauber und absolut algenfrei.

Fazit: Wenn du die Nase voll hast vom ständigen Algenfischen in deinem Teich, solltest du der Natur die Arbeit überlassen.

Der winterharte Wasserschlauch ist nicht nur eine faszinierende, fleischfressende Rarität mit wunderschönen gelben Blüten im Sommer, sondern auch eine hocheffektive, biologische Filteranlage. Er nimmt den Fadenalgen die Nahrung, hält das Wasser selbst im Hochsommer glasklar und macht chemische Algenvernichter ein für alle Mal überflüssig!